Spendenfahrt September 2016

Nachdem wir im April ja bereits für einige Tage 2 Tierheime besucht und Spenden vorbei gebracht haben, starteten wir auch im September für 3 Wochen nach Spanien, um 3 Tierheime zu besuchen.
Nachdem wir, Dank eurer Hilfe, viele Spenden bekommen haben und dazu auch noch Ende August eine rieeesige Lieferung Spenden vom Tierschutzshop ankam, ging das große Packen los. 2 große Autos und ein riesiger Anhänger wollten beladen werden. So räumten wir die nächste Tage jede freie Minute Spenden in die Autos und den Anhänger. Freitag Mittag waren wir dann zum Glück fertig und so konnte die Fahrt Samstag in aller früh starten.
Unser erstes Ziel war Bilbao, wo wir unseren spanischen Partnerverein „APA SOS Bilbao“ besuchten. Wir wurden von Sonia und ihrer Familie sehr herzlich empfangen. Der Verein arbeitet vor allem mit Pflegestellen zusammen, aber ein paar der Hunde sind in einer Pension untergebracht, die wir natürlich besuchten. Auch dort warten sehr tolle Hunde, unter anderem auch sog. „Kampfhunde“ die kaum eine Chance habe, ein Zuhause zu finden. Was uns besonders gut gefällt ist, dass mit den Hunden richtig gearbeitet wird. Dort gibt es zum Beispiel Pitti, ein Pitbull, der durch eine Beschlagnahmung dort landete. Anfangs war es mit Pitti wirklich schwer, er war total unerzogen, zog sehr an der Leine und pöbelte andere Hunde an. Aber Sonia gab ihn nicht auf und fing mit ihm an, CaniCross zu machen. Für alle, denen das nichts sagt, das ist eine Sportart, die man gemeinsam mit seinem Hund macht. Zu Fuß, am Fahrrad oder mit einem Wagen. Sonia begann also mit Pitti zu trainieren und schon bald starteten sie ihr erstes Turnier. Mittlerweile ist Pitti schon deutlich ruhiger und ausgeglichener geworden.
Nach dem wir die ersten Tage bei Sonia in Bilbao verbracht hatten, ging unsere Reise mit einem lachenden und einem weinenden Auge weiter. Wir waren traurig, schon weiter zu müssen aber freuten uns auch schon sehr auf den nächsten Stopp. So ging es weiter nach Logrono in La Rioja. Das ist das Tierheim, dass wir seit unserer Vereinsgründung unterstützen. Es ist eine schöne große Anlage, wo auch die Zwinger sehr großzügig , mit Innen- und Außenbereich, sind. Bei den Hunden lebt Paco mit seinem Hund. Er kümmert sich 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, ohne freien Tag um die Hunde. Wir haben ihn bereits letztes Jahr kennen gelernt, so war es eine große Wiedersehensfreude. Es stimmte uns allerdings sehr traurig, einige der Hunde, die wir letztens Jahr schon besucht hatten, wieder zu sehen. Einige der Hunde warten dort schon seit MEHREREN JAHREN auf ein Zuhause und es gibt einfach niemanden, der Interesse an ihnen zeigt. Da wäre z.B. Iss, ein wundervoller Hund. Er hat super weiches Fell, ist verspielt und sehr verschmust. Warum sich niemand für ihn interessiert, ist uns ein Rätsel.
Bea, die Tierheimleiterin, zeigte uns das neueste Projekt, von dem wir wirklich begeistert sind. Das Tierheim wird nochmal um ein großes Stück erweitert, und dort wird ein großer Pool für die Hunde gebaut. In erster Linie für kranke Hunde, die Bewegungstherapie brauchen, wie z.B. unser ehemaliger Notfall Daphne. Aber auch für die anderen Hunde, um sich in der heißen Sommerzeit abzukühlen. Wir freuen uns schon riesig auf unseren Besuch nächstes Jahr, wo wir den Pool dann in Benutzung sehen können. Wir nutzten die Tage, um uns auch mal mit Paco in Ruhe zu unterhalten. Er erzählte uns, dass er jeden Tag, egal ob bei 40 Grad oder bei –10 Grad, ob bei Wind oder bei Regen, die Hunde versorgt. Er steht jeden morgen um 5 Uhr auf und beginnt die Zwinger sauber zu machen. Dabei dürfen die Hunde immer raus in de Hof, wo sie eine Runde rennen oder sich erleichtern können. So geht es Zwinger nach Zwinger. Wenn alle sauber sind, gibt es das Frühstück für die Hunde und dann ist es eigentlich schon wieder Mittag und es wird typisch spanisch Siesta gemacht. Am Nachmittag beginnt das gleiche Spiel und um etwa 21 Uhr sind alle Hunde versorgt.
Paco erzählte uns, dass er sich immer freut, über jeden Hund der ein Zuhause findet, aber dennoch ist er auch jedes mal sehr traurig, da ihm jeder Hund sehr ans Herz wächst. Deshalb freuen wir uns immer über Bilder unserer ehemaligen Schützlinge, damit wir sie den Helfern vor Ort in Spanien weiter leiten können. So wissen sie dann, dass es den Hunden gut geht.
Nach einer tollen Zeit bei Paco und Bea ging unsere Reise weiter nach Iniesta, zum Verein „Sonrisa Animal Iniesta“ . Dieses Tierheim hatten wir auch bei unserer Fahrt im April besucht.
Auch hier wurden wir wie überall super herzlich in Empfang genommen. Noch am Abend, wurden die Spenden ausgeladen und die Spanier waren sprachlos, was für Spanier wirklich unüblich ist . Mit dieser Menge von Spenden hatten sie nicht gerechnet, so blitzte in den Augen die ein oder andere Freudenträne auf. Mit vereinten Kräften war der Anhänger schnell geleert. Sie erzählten uns, dass die Spenden wirklich gebraucht werden, da das Lager komplett leer war, und sie schon privat Futter kaufen mussten. Auch hier waren wir traurig, dass wir im Tierheim so viele alte Bekannte sahen. Denn hier hatte sich wirklich fast nichts getan, außer dass noch mehr Hunde dazu gekommen sind. Wir konnten bei einigen der Hunde aber tolle Fortschritte erkennen. z.B. Kira und Nala, die beiden black beauties. Sie waren im April noch sehr schüchtern. Bei unserem jetzigen Besuch waren sie total verschmust und anhänglich. Zwei wundervolle Hündinnen, die es wirklich verdient haben, ein tolles Zuhause zu finden. Aber auch Ulises und Lilly, die zwei Podencos, warten noch immer auf ein Zuhause. Auch sie sind anhänglich und würden am allerliebsten den ganzen Tag schmusen.
In diesem Verein kümmern sich hauptsächlich Claudia und Miriam um die Hunde, und das machen sie mit einer beeindruckenden Hingabe. Jeder Hund wird am morgen persönlich begrüßt. Danach geht es ans Sauber machen. Jeden Tag wird das komplette Tierheim zwei Mal mit Desinfektionsmittel gereinigt, sodass es dort nie wirklich dreckig ist oder gar unangenehm riecht.
Wir haben Claudia mit 2 Hunden zum Tierarzt begleitet und sie erzählte uns von ihrer Not. Sie haben so viele offene Rechnungen beim Tierarzt, dass dieser ihr nun droht, die Hunde nicht mehr zu behandeln, bis die Rechnungen gezahlt sind. Claudia ist sehr verzweifelt und bat uns um Hilfe. Und Dank eurer Unterstützung werden wir einige der Tierarztrechnungen bezahlen, damit die tierärztliche Versorgung der Hunde weiterhin gewährleistet ist.
In der Zeit als wir in Iniesta waren, gab es in Madrid eine Vermittlungsmesse, zu der uns Claudia einlud. So fuhren wir an einem Samstag morgen, mit spanischer Pünktlichkeit, etwa eine Stunde zu spät los, Richtung Madrid. Im Gepäck hatten wir auch drei Hunde. Eine Vermittlungsmesse kann man sich fast wie einen Markt vorstellen. Jeder Verein hat einen eigenen Stand, wo er Dinge verkauft, wie Halsbänder, T-Shirts etc. Man kann aber auch zu vermittelnde Hunde mitbringen. Diese werden natürlich von einem Tierarzt vor Ort durch gecheckt, ob alle Impfungen passen und es den Hunden gut geht. Wir haben Romeo, Triskis und Cayetana dabei gehabt. Das Trio hat sich super verhalten, als würden sie jede Woche eine Vermittlungsmesse besuchen. Es war ein sehr anstrengender Tag, da es eine ganze Ecke von Iniesta entfernt war und wir auch sehr spät wieder ankamen. Dennoch war es ein sehr interessanter Tag und wir haben uns riesig gefreut, dass wir eingeladen wurden, sie zu dieser Messe zu begleiten.
Aber auch hier waren die Tage gezählt und so hieß es leider viel zu schnell Abschied nehmen.
Auch nach dieser Reise und 4528 gefahrenen Kilometern wissen wir, dass das, was wir machen, wirklich wichtig ist und hilft, viel Leid zu vermeiden.
Und abschließend möchten wir uns ganz herzlich bei Allen, die unseren Verein und somit die Hunde in Spanien unterstützen für die unglaublich tolle Hilfe bedanken. Ihr seid super und ohne euch wäre das alles nicht möglich!