Lila – Seelenhund kann es noch nicht fassen
Endlich war es soweit – im August 2025 durften wir unsere Lila in Hannover in Empfang nehmen. Unsere tapfere Maus war die erste, die einen Tag vorher in den Transporter steigen durfte und leider musste sie bis zur letzten Station aushalten. Das hat sie sehr gut gemeistert.
Da stand sie, völlig verängstigt, ein bisschen viel Gewicht und ehrlich gesagt viel größer als wir dachten, sie wirkte ziemlich unglücklich im Gegensatz zu den anderen Hunden, die freudestrahlend ausstiegen. Dafür waren wir umso glücklicher, dass sie endlich da war.
Zuhause angekommen, stand die Begegnung mit unserem Cavalier Campino an. Lila war ein bisschen neugierig, Campino war es eindeutig zu viel Hund, sie war ihm gar nicht geheuer und das blieb 2 Tage so. Aller Anfang ist schwer, aber es dauerte gar nicht lange und sie teilten sich ein Körbchen und seitdem kuscheln sie täglich miteinander.
Lila ist ein Angsthund, das wussten wir vorher und haben viele tolle Tipps von Fatima, Anaya und auch Lilas Pflegefamilie bekommen, für die wir sehr dankbar sind. Denn auch, wenn es für uns kein Problem war, ist es doch eine Herausforderung mit so einer Seele. Ich möchte gar nicht wissen, was Lila in ihrer Zeit auf der Straße erleben musste, sie hatte aber das Glück, eine Pflegefamilie in Spanien zu bekommen und ich bin Belen und ihrem Mann sehr dankbar, dass sie Lila wieder Vertrauen in uns Menschen geschenkt haben und ihr gezeigt haben, was Liebe ist. Ich kenne Geschichten, ihrer Anfangszeit dort und ich bin hochachtungsvoll, was sie wirklich geleistet haben und dass sie sie nicht aufgegeben haben. Und jetzt sind wir dran, ihr jeden Tag zu zeigen, dass sie sich geborgen fühlen kann, dass wir für sie da sind, dass sie keine Angst haben muss. Auch wenn es manchmal anstrengend ist, wissen wir, dass wir auf diesem Weg Lila etwas zurückgeben können, was ihr als Straßenhund vielleicht nie zuteil wurde: Vertrauen und Geborgenheit.
Die erste Zeit wollte Lila lieber alleine sein und auch die Spaziergänge waren anstrengend für sie. Oft ist sie einfach eingefroren und hat sich kaum bewegt, ein Geruch, ein Geräusch und sie war wie versteinert. Mittlerweile kennt sie ihre festen Wege und sie hat Vertrauen gefasst, so etwas passiert nur noch selten und dann auf Wegen, die sie nicht kennt. Sie hat mittlerweile gute Tage, an denen sie sich fallen lassen kann und Streicheleinheiten total genießt, manchmal möchte sie dann richtig schmusen. Diese Zeiten genießen wir so sehr mit ihr. Dann reicht aber ein Geräusch oder eine unbedachte Bewegung und sie ist wieder ängstlich und skeptisch und auf Abstand. An weniger guten Tagen möchte Lila allein sein, das ist in Ordnung, sie hat ihren Raum. Auch an solchen Tagen sucht sie aber dann oft zumindest so unsere Nähe, dass sie in den Raum kommt, in dem wir gerade sind und zumindest bei uns sein möchte. Sie nimmt am Familienleben teil, ist oft mit uns draußen und genießt es sehr, einfach in der Sonne zu liegen und zu dösen, dann ist sie glücklich und das ist das Schönste.
Lila brauchte lange, um bei uns anzukommen. Ich denke, sie wird noch nicht fassen, dass wir jetzt ihr Zuhause sind, sie braucht Zeit und Ruhe und die bekommt sie. Wir machen kleine Schritte mit ihr und freuen uns über jeden Fortschritt.
Bei Rückschritten sind wir einfach für sie da, was sie auch dankbar annimmt. Wir haben viel Unterstützung von Fatima und Anaya und noch immer eine gemeinsame Whats-App-Gruppe, in der auch die Pflegefamilie mit uns kommuniziert.
Es ist schön, dass Lila so vielen Menschen wichtig ist und begleitet wird.
Lila wird ihren Weg mit uns gehen und wird weiter kleine Fortschritte machen und wer weiß, vielleicht kann sie irgendwann loslassen und dann einfach Hund sein. Wir stehen an ihrer Seite, denn sie ist unser Seelenhund.
Manchmal gibt es einfach diese Verbindung, die man nicht erklären kann und wir wussten es bei ihr vom ersten Foto. Und auch wenn Lila vielleicht nie ganz verstehen wird, dass sie jetzt ein Zuhause gefunden hat – wir wissen es. Sie ist unser Seelenhund, und wir sind dankbar für jeden Moment, den wir mit ihr teilen dürfen. Kein Rückschritt ist zu groß, und jeder Schritt vorwärts ist ein Geschenk. Wir würden es immer wieder tun.



